Berufsunfähigkeit: Wie hoch ist das Risiko?

Berufsunfähigkeit - Wie hoch ist das Risiko_kleinIn jungen Jahren wird das Risiko, berufsunfähig zu werden, oft kaum wahrgenommen. In einem Alter mit großer körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit scheinen dauerhafte ernste Erkrankungen weit entfernt zu liegen. Die Statistik zeigt allerdings: Rund ein Viertel der Berufstätigen scheidet heute vorzeitig wegen Berufsunfähigkeit aus dem Erwerbsleben aus.

Berufsunfähigkeit: Wahrscheinlichkeiten und Ursachen

Die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, hängt wesentlich von der Art der Tätigkeit ab. Grundsätzlich fällt das Risiko in Berufsgruppen mit hoher körperlicher und psychischer Belastung höher aus als bei anderen Tätigkeiten. So ist das Berufsunfähigkeitsrisiko bei Bauhandwerkern, Polizisten oder Krankenpflegern deutlich ausgeprägter als zum Beispiel bei Büroangestellten. Trotzdem ist auch in Berufsgruppen mit geringem Risiko Berufsunfähigkeit ein Thema. Psychische Ursachen nehmen dabei einen immer größeren Stellenwert ein. Fast 40 Prozent der Berufsunfähigkeits-Fälle sind inzwischen darauf zurückzuführen. Burn-out, hohe Arbeitsverdichtung und Leistungsdruck haben dazu beigetragen. Rheuma- und Gelenkerkrankungen besitzen mit einem Anteil von 15 Prozent in etwa die gleiche Bedeutung wie Krebserkrankungen, gefolgt von Herz- und Kreislauferkrankungen (10 Prozent). Von untergeordneter Bedeutung sind dagegen Verletzungen und Infektionen.

Hohes finanzielles Risiko

Berufsunfähigkeit ist nicht zuletzt ein finanzielles Risiko. Im Zuge der Agenda 2010 wurden die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit nachhaltig eingeschränkt. Nur Berufstätige, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind, erhalten noch den früheren gesetzlichen Berufsunfähigkeitsschutz. Die gezahlte Rente ist allerdings auch hier vergleichsweise gering. Noch schlechter sind jüngere Erwerbstätige gestellt. Sie können eine Erwerbsminderungsrente in voller Höhe nur erhalten, wenn tatsächlich keinerlei berufliche Tätigkeit mehr möglich ist. Das Leistungsniveau bewegt sich dann bei etwa 32Prozent des zuletzt erreichten Bruttoeinkommens. Bei begrenzter Arbeitsfähigkeit zwischen drei und sechs Stunden am Tag kann noch die halbe Erwerbsminderungsrente beansprucht werden. Die Voraussetzungen, unter denen Erwerbsminderungsrente gewährt wird, sind dabei restriktiv. Nicht wenige Berufsunfähige sind daher inzwischen auf Hartz IV-Leistungen angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Risikoabsicherung unzureichend

Daraus wird deutlich, wie wichtig die Absicherung des Risikos, nicht mehr arbeiten zu können, durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) ist. Hier klafft in der Praxis eine große Lücke. Denn nur etwa ein Viertel der Berufstätigen haben tatsächlich eine BUV abgeschlossen.