Berufsunfähigkeit in Zahlen

Berufsunfaehigkeit in ZahlenBerufsunfähigkeit ist ein Thema, das gerne mit Alter und Gebrechlichkeit gleichgesetzt wird. Junge Menschen möchten nicht über das Thema nachdenken und verschieben eine Absicherung gegen dieses Risiko gerne auf spätere Zeiten. Doch die Statistik zeigt, wie oft junge Menschen von Berufsunfähigkeit betroffen sind und aufgrund der unzureichenden Absicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung in wirtschaftliche Not geraten. Aktuelle Statistiken gehen davon aus, dass 43 Prozent der heute 20 Jahre alten männlichen und 38 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer vor dem Renteneintrittsalter mindestens einmal berufsunfähig werden. Berufsunfähigkeit muss nicht von Dauer sein. Sie liegt bereits dann vor, wenn Sie mindestens sechs Monate lang nicht Ihrem ausgeübten Beruf nachgehen können. Eine spätere Heilung der ursächlichen Beschwerden kann die Berufsunfähigkeit wieder beenden.

Nur jeder Fünfte sorgt für den Fall der Berufsunfähigkeit vor

Gerade einmal jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland schließt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, so lauten die aktuellen Zahlen zum Berufsunfähigkeitsschutz. Dabei liegt die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitnehmer dauerhaft berufsunfähig werden, bei 20 bis 25 Prozent. Insbesondere der Anteil der psychischen Erkrankungen an den Ursachen für Berufsunfähigkeit steigt seit Jahren spürbar an. Inzwischen sind es fast 28 Prozent bei den Männern und über 38 Prozent bei den Frauen. Die Gefahr, aufgrund von Burn-out, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen vorzeitig aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, besteht bereits im jungen Lebensalter. Ebenfalls auffallend groß ist die Gruppe der Arbeitnehmer, die aufgrund von Knochen-, Gelenks- und Muskelerkrankungen nicht mehr ihrem Beruf nachgehen können. Fast 17 Prozent der berufstätigen Männer und Frauen sind von diesen Erkrankungen und ihren Folgen für die Arbeitsfähigkeit betroffen.

Berufsunfähigkeit kann zum sozialen Absturz führen

Während nur 6 Prozent der Arbeitnehmer in einem Alter zwischen 20 und 36 Jahren berufsunfähig werden, steigt das Risiko bei den über 36 Jahre alten Personen signifikant an – auf rund 20 Prozent. Etwa 27 Prozent der Berufsunfähigkeiten treten im Alter zwischen 56 und 60 Jahren ein. Gerade jüngere, nach 1960 geborene Menschen, erhalten keine ausreichende finanzielle Versorgung durch das Sozialversicherungssystem und sind daher im Fall der Berufsunfähigkeit auf staatliche Unterstützungen angewiesen, denn die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt zwischen 659 Euro für Frauen und 800 Euro für Männer.