Berufsunfähigkeitsschutz wirkt sich auf Steuerlast aus

Berufsunfaehigkeitsschutz wirkt sich auf Steuerlast ausOb die Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung steuerbegünstigt sind und für Ihre Berufsunfähigkeitsrente Steuerpflicht besteht, hängt von der Gestaltung Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Seit Beginn des Jahres 2014 haben Versicherer außerdem die Möglichkeit, eine steuerbegünstigte Berufsunfähigkeitsversicherung anzubieten. In der Praxis ist mit solchen Angeboten nicht zu rechnen, da eine steuerbegünstigte BU-Versicherung eine lebenslange Berufsunfähigkeitsrente zahlen müsste. Sie würde damit so teuer, dass sich ein Abschluss nicht lohnt.

Steuerliche Behandlung der Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Grundsätzlich sind Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Die Steuerminderung durch die Beiträge zu einer separaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist jedoch nachrangig gegenüber Beiträgen zu Kranken- und Pflegeversicherungen sowie anderen Vorsorgeversicherungen. Nur wenn die übrigen Beiträge den Höchstbetrag 1.900 Euro für Arbeitnehmer, Rentner und Beamte sowie 2.800 Euro für Selbstständige nicht erreichen, wirken sich die BU-Beiträge in Höhe der Differenz steuermindernd aus. Die Beiträge zu einer kombinierten Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen eines Rürup-Rentenvertrags sind teilweise steuerlich absetzbar, wenn der Rürup-Rentenanteil 50 Prozent übersteigt. Der Höchstbetrag der Sonderausgaben erhöht sich in diesem Fall auf 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Ehepaare. Der Anteil der steuerlichen Absetzbarkeit erhöht sich schrittweise bis zum Jahr 2025 auf 100 Prozent. Eine höhere steuerliche Begünstigung der Beiträge ist außerdem möglich, wenn Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung im Zusammenhang mit einer entgeltmindernden Direktversicherung abschließen.

Wie ist die Berufsunfähigkeitsrente zu versteuern?

Auch die Steuerpflicht für die Berufsunfähigkeitsversicherung ist abhängig von der Art der Versicherung. Für die Rente aus einer separaten Berufsunfähigkeitsversicherung gilt aufgrund der begrenzten Leistungsdauer die Versteuerung für abgekürzte Leibrenten mit dem besonderen Ertragsanteil. In der Regel erhalten Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum Eintritt des regulären Rentenalters. Der steuerpflichtige Anteil der Berufsunfähigkeitsrente ist umso höher, je länger Sie die Rente erhalten. Bei einer zwanzigjährigen Leistungsdauer ist zum Beispiel der Ertragsanteil von 21 Prozent steuerpflichtig. Erreichen Sie mit diesem Anteil nicht die Steuerfreigrenze, fallen keine Steuern an. Sofern Ihr Einkommen mit dem Ertragsanteil der Berufsunfähigkeitsrente die Steuerfreigrenze überschreitet, wendet das Finanzamt darauf Ihren persönlichen Steuersatz an. Berufsunfähigkeitsrenten aus Direktversicherungen sind aufgrund der steuerbegünstigten Beiträge voll steuerpflichtig. Die Steuerpflicht für eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus einem Rürup-Vertrag ist auf einen Prozentsatz beschränkt, der jährlich schrittweise steigt.