Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum ist sie eine der wichtigsten Versicherungen?

Warum die Berufsunfähigkeitsversicherung eine der wichtigsten Versicherungen ist. Das Risiko, krankheitsbedingt während des Erwerbslebens berufsunfähig zu werden, wird allgemein stark unterschätzt. Dabei zeigt die Statistik, dass im Schnitt jeder vierte Arbeitnehmer irgendwann von Berufsunfähigkeit betroffen ist. Je nach Berufsgruppe fällt das Risiko auch deutlich höher aus. Die finanziellen Folgen können gravierend sein.

Gesetzlicher Berufsunfähigkeitsschutz unzureichend

Die gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit ist nämlich lückenhaft. Zudem gibt es eine Zweiteilung. Für Arbeitnehmer, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind, gilt noch der frühere gesetzliche Berufsunfähigkeitsschutz. Später Geborene haben keinen Anspruch mehr auf Berufsunfähigkeitsrente. Das ist das Gros der Arbeitnehmer. Sie können unter bestimmten Bedingungen eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Die ist allerdings an Voraussetzungen geknüpft. Nur wenn noch weniger als drei Stunden am Tag oder gar nicht mehr gearbeitet werden kann, ist die volle Erwerbsminderungsrente möglich, bei Arbeitsfähigkeit zwischen drei und sechs Stunden pro Tag halbiert sich der Anspruch. Es ist dabei unerheblich, ob Arbeit tatsächlich auch gefunden wird und der persönlichen Qualifikation entspricht. Und auch die volle Erwerbsminderungsrente beträgt lediglich rund 32 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Viele Berufsunfähige müssen sich deshalb durch Hartz IV-Zahlungen finanzieren.

Existenzsicherung für sich und Angehörige

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung gehört daher zu den wichtigsten Instrumenten der Daseinsvorsorge. Sie kann die bestehende Lücke zwischen dem gesetzlichen Minimalschutz und dem finanziellen Bedarf für Lebensunterhalt und Existenzsicherung abdecken. Sie ist wichtig für Alleinstehende und essentiell, wenn auch noch Familienangehörige zu versorgen sind. Eine Zahl macht dies unmittelbar deutlich: die volle Erwerbsminderungsrente beträgt im Schnitt derzeit 800 bis 900 Euro in den alten Bundesländern und 600 bis 700 Euro in den neuen Bundesländern. Damit lässt sich die normale Lebensführung nicht bestreiten. Dies gilt umso mehr, wenn auch noch Kreditverpflichtungen zum Beispiel für ein Haus zu bedienen sind. Nur, wer genügend Vermögen angespart hat, um davon leben zu können, kann sich den Verzicht auf diese Versicherung leisten.

Berufsunfähigkeitsrisiko rechtzeitig absichern

Ohne private Berufsunfähigkeitsversicherung droht im Ernstfall der soziale Absturz. Gerade, wenn noch eine lange Wegstrecke im Berufsleben zurückzulegen ist, empfiehlt sich der Versicherungsabschluss. Versicherungsnehmer können dabei durch die Wahl der Rentenhöhe den Umfang des Versicherungsschutzes die Beitragshöhe selbst beeinflussen.

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