BU für Pflegekräfte: Darauf ist zu achten

AltenpflegerinKranken- und Altenpflegepersonal ist einer besonderen beruflichen Belastung ausgesetzt. Das ständige Heben von Patienten oder Senioren verursacht langfristig Rücken- und Gelenkerkrankungen. Gleichzeitig sehen sich Pflegekräfte einer starken psychischen Belastung durch den ständigen Kontakt zu schweren Erkrankungen und Todesfällen ausgesetzt. Untersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen zufolge sind Pflegekräfte fünf Tage länger im Jahr arbeitsunfähig, als der Durchschnitt der Arbeitnehmer. Auch das Risiko der Berufsunfähigkeit der Pflegekräfte ist deutlich höher als in anderen Berufen. Nur wenige Mitarbeiter in Kliniken, Senioren- und Pflegeheimen üben ihren Beruf bis zum Eintritt des Rentenalters aus. Eine neue Infobroschüre weist auf diese kritische Situation der Pflegekräfte hin und gibt Tipps, wie Arbeitnehmer in Pflegeberufen und ihre Arbeitgeber vor hohem Krankenstand und Berufsunfähigkeit vorsorgen können.

Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung reichen nicht aus

Pflegekräfte, deren Gesundheit unter der langjährigen Tätigkeit zum Wohl ihrer Patienten so stark leidet, dass sie schließlich ihren Beruf nicht mehr ausüben können, erhalten von staatlicher Seite kaum Unterstützung. Die Einschnitte in der gesetzlichen Rentenversicherung lassen die Ursachen einer vorzeitigen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit außer Acht. Wenn Pflegekräfte in ihrem Beruf aufgrund der starken Belastung nicht mehr arbeiten können, werden sie entweder auf eine andere berufliche Tätigkeit verwiesen oder sie erhalten nur eine geringe Erwerbsminderungsrente. Um Einkommensverluste aufgrund von Berufstätigkeit zu vermeiden, sollten sich Pflegekräfte daher privat gegen Berufsunfähigkeit versichern. Aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten sie dann eine monatliche Rente in der vereinbarten Höhe, wenn sie in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind. Die Verweisung in eine andere berufliche Tätigkeit kennt die private Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel nicht. Dennoch sollte man bei Vertragsabschluss darauf achten.

Pflegekräfte gelten als Risikogruppe in der BU

Für Pflegekräfte kann der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sehr teuer sein, da viele Versicherer Pflegekräfte aufgrund der hohen gesundheitlichen Belastung als Risikogruppe einstufen. Gerade in Relation zu den geringen Einkommen in der Pflegebranche stellen die hohen Versicherungsprämien eine zusätzliche Belastung dar. Aufgrund des hohen Risikos sollten Pflegekräfte dennoch nicht auf den wichtigen Versicherungsschutz verzichten. Versicherer und Pflegeverbände raten daher, die Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst frühzeitig abzuschließen. Je jünger Sie zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses sind, desto niedriger fällt der Versicherungsbeitrag aus. Auch ein Versicherungsvergleich trägt zur Kostenoptimierung bei.

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