BU-Kosten in verschiedenen Jobs: Wer muss was zahlen?

SchweißerIm Fall der Berufsunfähigkeit haben nur Arbeitnehmer, die vor dem 01.01.1961 geboren sind, die Aussicht auf eine Berufsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann daher entscheidend für die finanzielle Sicherheit sein. Das gilt insbesondere für Familien, die auf das Einkommen des Hauptverdieners angewiesen sind. Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung können sehr hoch sein. Sie sind abhängig vom Eintrittsalter der versicherten Person, von möglichen Vorerkrankungen, der Vertragsgestaltung und besonders vom Risiko des Eintritts einer Berufsunfähigkeit. Aus diesem Grund bezahlen Versicherte, die in sogenannten Risiko-Berufen tätig sind, deutlich höhere Beiträge, als Angehörige von Berufsgruppen mit geringem Risiko. Ein Vergleich der verschiedenen Versicherungen lohnt trotzdem, da die Beitragssummen sich erheblich unterscheiden können.

Einfluss des Berufs auf das Berufsunfähigkeitsrisiko

Grundsätzlich besteht in jedem Beruf das Risiko, ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben zu können. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind nicht allein von der beruflichen Belastung abhängig, sondern auch von genetischen Veranlagungen, Unfallverletzungen oder sportlichen Betätigungen. Dennoch belegen Statistiken, dass die Angehörigen einiger Berufe deutlich häufiger von Berufsunfähigkeit betroffen sind, als andere. Zu den riskanten Berufen zählen die handwerklichen Tätigkeiten als Maurer, Estrichleger, Fliesenleger, Dachdecker oder Gerüstbauer. Aber auch Kraftfahrer, Erzieher, insbesondere in sozialen Einrichtungen und Behindertenwerkstätten, Bergarbeiter und Eisenbahnschaffner unterliegen einem hohen Berufsunfähigkeitsrisiko. Als weniger gefährlich gelten Berufe wie Zahnarzt, Steuerberater, Verwaltungswirt oder Architekt.

Verschiedene Beitragszuschläge und mögliche Laufzeitkürzungen

Versicherer belegen ein größeres Risiko mit Beitragszuschlägen. So kann zum Beispiel ein Maurer für eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.500 Euro einen Beitrag zwischen 309 und 607 Euro im Monat zahlen, während ein Mathematiker unter denselben Bedingungen eventuell nur einen Monatsbeitrag zwischen 78 und 195 Euro entrichten muss. Für Schlosser oder Elektriker beträgt der Beitrag zwischen 150 und 420 Euro, die Höchstbeiträge für Risikoberufsgruppen betragen bis zu 550 Euro. Bürokaufleute oder technische Zeichner können die Berufsunfähigkeitsrente bereits mit einem Monatsbeitrag von 89 Euro finanzieren. Diese Diskrepanz zeigt auch, wie unterschiedlich Versicherer das Risiko der Berufsunfähigkeit bewerten.

Vergleiche – auch für Angehörige von Berufsrisikogruppen – lohnen sich im Zweifelsfall immer, am besten in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Finanz- oder Versicherungsberater. Er kann nicht nur die unterschiedlichen Tarife, sondern auch die Versicherungen selbst kompetent einschätzen, wenn es um deren Verhalten bei einer anfallenden Leistung geht. Neben hohen Beitragszuschlägen nutzen einige Versicherer auch die Möglichkeit der Laufzeitkürzung. Anders, als die BU-Rente bis zum Renteneintrittsalter in risikoarmen Berufen erhalten Angehörige von Risikoberufen eine Rente nur bis zum 55. oder 60. Lebensjahr und müssen dann womöglich über lange Zeit Einkommenseinbußen hinnehmen. Hier empfehlen sich im Vorwege weitere Anlageformen, um den Erhalt des Lebensstandards für diesen Zeitraum zu sichern.

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