BU-Versicherung vs. EU-Versicherung: Das sind die Unterschiede

ArbeitsunfallDie Begriffe Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit werden im allgemeinen Sprachgebrauch gern synonym verwendet. Schließlich geht es in beiden Fällen darum, dass Sie Ihrer Berufstätigkeit nicht mehr nachgehen können. Die gesetzliche Rentenversicherung wendet diese Begriffe ebenfalls in einem engen Zusammenhang an und trägt damit zur Verwirrung bei. Wer berufsunfähig ist, kann gleichzeitig erwerbsunfähig sein, in den meisten Fällen trifft diese Übereinstimmung jedoch nicht zu. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn Sie Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen können. In der gesetzlichen Rentenversicherung ist Berufsunfähigkeit längst kein Grund für die Anerkennung einer Erwerbsunfähigkeit mehr. Stattdessen verweist der Rentenversicherer Sie in eine andere berufliche Tätigkeit, in der Sie durchaus noch erwerbsfähig sein können.

Leistungen der privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet eine monatliche Rente in der vertraglich vereinbarten Höhe, sobald Sie vollständig erwerbsunfähig sind. Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn Sie weniger als drei Stunden am Tag irgendeine am Arbeitsmarkt angebotene Tätigkeit verrichten können oder eine Berufstätigkeit aus anderen Gründen unmöglich ist. An dieser für die gesetzliche Rentenversicherung geltenden Definition orientieren sich auch private Versicherungsunternehmen. Eine Rente aus Ihrer privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung erhalten Sie daher nur, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen überhaupt nicht mehr in der Lage sind, einer Berufstätigkeit nachzugehen. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird Sie daher möglichst in eine andere als Ihre erlernte oder zuletzt ausgeübte Berufstätigkeit verweisen. Vielfach sind mit dieser abstrakten Verweisung deutliche Einkommensverluste verbunden. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist daher für Schüler, Studenten, Selbstständige und Personen mit einer nicht versicherbaren Tätigkeit interessant.

Versicherungsschutz der Berufsunfähigkeitsversicherung geht deutlich weiter

Da es einen gesetzlichen Berufsunfähigkeitsschutz nur noch für einen kleinen Personenkreis gibt, ist für einen umfassenden Schutz die private Absicherung erforderlich. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit. Sobald Ihre Gesundheit Sie für die Dauer von mindestens sechs Monaten an dieser Berufsausübung hindert, können Sie bei entsprechender Vertragsgestaltung bereits eine Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beziehen. Oft reicht eine Berufsunfähigkeit von 50 Prozent aus. Selbst wenn Sie noch eine andere als Ihre bisherige berufliche Tätigkeit ausüben können, erhalten Sie die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente. Eine abstrakte Verweisung in eine andere berufliche Tätigkeit kennen Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht. Die höheren Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung – verglichen mit der Erwerbsunfähigkeitsversicherung – sind aufgrund der umfangreicheren Leistungen gerechtfertigt.

Fotoquelle: Thinkstock, iStock, pojoslaw