Gute (Ver)Besserung: die BU für Ärzte

Chefarzt im KrankenhausKaum eine andere Berufsgruppe ist so häufig selbst mit Krankheitsrisiken konfrontiert wie die Heilberufe. So tragen Ärzte ein besonderes Risiko, sich zu infizieren und selbst zu erkranken. Mit einer Infektionskrankheit kann ein Arzt seinen Beruf jedoch nicht mehr ausüben, da im Krankenhaus oder in der Praxis die Gefahr besteht, wiederum Patienten anzustecken. Insbesondere für Patienten mit gestörtem Immunsystem stellt ein erkrankter Arzt ein besonderes Risiko dar. Allein dieses Beispiel zeigt, wie wichtig ein ausreichender Berufsunfähigkeitsschutz für Ärzte ist. Eine spezielle Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte bezahlt unter Umständen schon dann eine BU-Rente, wenn die Berufsausübung wegen einer Infektionskrankheit über längere Zeit nicht möglich ist.

Ärzte und Berufsunfähigkeit – hohes Risiko und schlechte Absicherung

So hoch das Risiko einer Infektion für Ärzte ist, so schlecht ist der Berufsunfähigkeitsschutz des berufsständischen Versorgungswerks der Ärzte. In der Regel leistet das Versorgungswerk der Ärzte eine Berufsunfähigkeitsrente an niedergelassene Ärzte nur, wenn der Versicherte zu 100 Prozent berufsunfähig ist. In diesem Fall setzt die Rentenzahlung voraus, dass ein freiberuflich tätiger Arzt seine Zulassung zurückgibt. Gerade niedergelassene Ärzte gehen in der Regel eine hohe finanzielle Verpflichtung ein. Schließlich ist die Einrichtung einer Arztpraxis mit hohen Kosten verbunden und wird daher in der Regel durch Kredite finanziert. Ist ein Arzt nicht mehr in der Lage, seine Praxis selbst zu betreiben, obwohl er nur zu 50 Prozent berufsunfähig ist, kann er schnell in ein finanzielles Desaster geraten. Infektionserkrankungen mit einem vorübergehenden Verbot der Berufsausübung erkennt das Versorgungswerk gar nicht als Berufsunfähigkeit an.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung: Auf diese Klauseln sollten Sie achten

Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Ärzte und Angehörige anderer freiberuflich ausgeübter Heilberufe von enormer Bedeutung. Beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie auf die folgenden Klauseln achten:

  • Keine abstrakte Verweisung in eine andere als die zuletzt ausgeübte Tätigkeit, auch nicht im medizinischen Bereich
  • Verzicht auf die Umorganisationsklausel zur Wiederherstellung der Berufsfähigkeit durch personelle Umstrukturierung der Praxis
  • Infektionsklausel zur Anerkennung von länger andauernden Infektionserkrankungen als vorübergehende Berufsunfähigkeit
  • Dynamikerhöhung zur Anpassung der BU-Rente an die Einkommensentwicklung
  • Weltweiter Versicherungsschutz für vorübergehende Auslandstätigkeiten

Darüber hinaus kann es für einen niedergelassenen Arzt sinnvoll sein, eine Zusatzklausel zu vereinbaren, die eine Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente bis zum 67. Lebensjahr gewährleistet.

Fotoquelle: Thinkstock, Ingram Publishing