Berufsunfähigkeit: Die häufigsten Ursachen

Die häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit im Überblick. Schwere Unfälle – im Zusammenhang mit Berufsunfähigkeit (BU) denken viele Menschen an plötzliche und dramatische Ereignisse. Aber der Gerüstbauer, der vom Podest stürzt, ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Die Gerüstbauer haben zwar tatsächlich das größte BU-Risiko aller Berufsgruppen, aber insgesamt ist ihre Zahl gering. Die große Mehrheit der Arbeitnehmer hat ein geringes Unfallrisiko. Eher sind alltägliche Krankheiten schuld an der Berufsunfähigkeit.

Kein gesetzlicher Versicherungsschutz

Die Berufsunfähigkeit ist heute nicht mehr gesetzlich abgesichert. Sie liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin nicht mehr im erlernten und zuletzt ausgeübten Beruf tätig sein kann – wenn etwa der verunglückte Gerüstbauer nur noch sitzende Tätigkeiten ausüben kann.

Die gesetzliche Rentenversicherung dagegen springt im Invaliditätsfall ein: Eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird dann gezahlt, wenn der Arbeitnehmer generell nicht mehr oder nur noch vermindert arbeiten kann. In den Statistiken der gesetzlichen Rentenversicherung sind psychische Störung bei weitem die wichtigste Ursache fürs vorzeitige Ausscheiden aus dem Erwerbsleben (mit 36 Prozent aller Diagnosen bei den Männern und 48,5 Prozent bei den Frauen).

Das Risiko Berufsunfähigkeit wird oft zusätzlich über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt. Eine aktuelle Untersuchung des Analysehauses Morgen & Morgen über den Markt für BU-Versicherungen (auch BUV abgekürzt) nennt die wichtigsten Ursachen für die Berufsunfähigkeit: An erster Stelle stehen Nervenerkrankungen mit rund 29 Prozent der Fälle.

Psychische Störungen werden nicht gesondert ausgewiesen. Der Bund der Versicherten weist in diesem Zusammenhang auf die restriktive Aufnahmebestimmungen vieler Versicherer hin: Mit einer Vorgeschichte von psychotherapeutischer Behandlung beispielsweise sei es schwer, eine BU-Versicherung abzuschließen.

An zweiter Stelle im Bericht des Analysehauses stehen Krankheiten des Skelett- und Bewegungsapparats (24 Prozent). Dazu zählen neben Rheuma und Arthritis auch alle Rückenbeschwerden. In 15 Prozent der Fälle ist Krebs Ursache für die Berufsunfähigkeit. Rund zehn Prozent der Versicherten sind nach einem Unfall berufsunfähig, wobei nicht unterschieden wird zwischen Arbeits-, Freizeit- oder Verkehrsunfällen. Herzkrankheiten und Erkrankungen des Gefäßsystems schließlich stellen mit acht Prozent der BU-Fälle eine weitere gewichtige Gruppe.

Bildherkunft: Thinkstock, Digital Vision, Michael Blann