Krank durch dauerhafte Lärmbelastung

Krank durch dauerhafte LärmbelastungNach den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage des Umweltbundesamtes ist Lärm eines der größten Umweltprobleme in Deutschland. Verkehr und Industrie, aber auch viele Freizeitbetätigungen verursachen Lärmbelastungen, die Stressfaktoren darstellen und Ursache für Erkrankungen sein können.

Im ganzen Land ist die Sensibilität dafür gestiegen, dass Lärm krank macht: Wissenschaftler forschen über die Wechselwirkungen zwischen Lärm und Gesundheit, Verkehrs- und Städteplaner suchen nach Konzepten, um Menschen vor dem Lärm zu schützen.

Lärm hat verschiedene Wirkungen. Da ist zum einen die direkte Wirkung auf das Ohr. Plötzliche heftige Schallwellen oder dauerhafte hohe Schallbelastung können das Ohr schädigen, der Mensch wird schwerhörig oder leidet unter Ohrgeräuschen (Tinnitus).

Doch Lärm belastet nicht nur das Ohr, sondern den gesamten Organismus. Dauerhafte Lärmbelastung löst unabhängig von der Stärke des Schallpegels Stressreaktionen im Körper aus.

Bereits ein niedriger, aber dauerhafter Schallpegel kann das Wohlbefinden beeinträchtigen. Forscher zählen daher den Lärm zu den psychosozialen Stressfaktoren. Dazu gehören:

  • Schlafstörungen
  • Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit zum Beispiel von Schülern
  • Beeinträchtigung der Sprache und Kommunikation
  • negativer Einfluss auf das soziale Miteinander

Diese Faktoren können zu einer Berufsunfähigkeit führen, die nicht durch die gesetzlichen Versicherungen abgedeckt ist, sondern nur durch eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung.

Lärm schadet auch dann, wenn er von den Betroffenen gar nicht mehr bewusst wahrgenommen wird. Durch den Lärm wird der Körper immer wieder aufs Neue von Stresshormonen überflutet. Dadurch kommt es zu weiteren Schädigungen und Gesundheitsgefahren:

  • erhöhtes Schlaganfallrisiko
  • Bluthochdruck
  • erhöhtes Herzinfarktrisiko
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • psychische Leiden

Akustische Verschmutzung

Schätzungsweise 13 Millionen Deutsche sind von Lärm betroffen, vor allem von Verkehrslärm, dem die Einwohner im dicht besiedelten Deutschland kaum ausweichen können. Nur 17 Prozent der Befragten gaben in einer großen Umfrage des Umweltbundesamtes an, keinen Straßenverkehrslärm zu erleben – 59 Prozent sind von Straßenverkehrslärm wesentlich oder stark belästigt. Die Vergleichszahlen für den Schienen- und Flugverkehr: Ein Fünftel der Befragten wird vom Zugverkehrslärm belastet, über Fluglärm klagen 30 Prozent der Befragten.