Lebenskrise: Burnout verschwindet nicht von allein

Lebenskrise - Burnout verschwindet nicht von alleinEin Burnout ist eine ernste Krise im Leben eines Arbeitnehmers. Und die Beschwerden verschwinden nicht von alleine, auch wenn dies viele Betroffene und Angehörige hoffen.

Wenn ein Arbeitnehmer unter körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung leidet, eine zunehmenden Distanz zu sich und zu anderen verspürt und nicht mehr die Leistung erbringt, die er von sich und andere von ihm erwarten, sprechen Fachleute vom Burnout – und alle Beteiligten sollten diese Krise ernst nehmen und Unterstützung organisieren.

Raus aus der Burnout-Spirale

Der erste und wichtigste Schritt für Betroffene ist das Eingeständnis, dass es so nicht weitergehen kann. Oft hat der Burnout einen Teufelskreis in Gang gesetzt: Ein Mitarbeiter schafft seine Arbeit nicht mehr oder nicht in der erwarteten Qualität – er setzt sich unter Druck, arbeitet länger und verbissener – er vernachlässigt Familie und Sport, kann nicht mehr entspannen – und die Leistungsfähigkeit lässt weiter nach.

Der zweite Schritt ist folgerichtig die Suche nach Unterstützung. Helfen können der Hausarzt, der Betriebsarzt oder eine Beratungsstelle. Zum Glück scheint der Begriff Burnout manchen Arbeitnehmern den Weg zum Arzt zu erleichtern. Wo früher viele den Stempel einer psychischen Krankheit fürchteten, scheint der Begriff Burnout auf den ersten Blick positiver, weil er sich auf die Arbeitssituation bezieht.

Mehr als eine einfache Auszeit

Die äußeren Arbeitsbedingungen sind jedoch nur ein Teil der Burnout-Geschichte. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BptK) hat in einer Studie Burnout-Krankschreibungen untersucht und festgestellt, dass in mehr als der Hälfte aller Fälle zugleich eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde. Das kann eine Depression sein, eine Anpassungsstörung oder eine andere psychische Erkrankung. Deshalb wird der Hausarzt möglicherweise auch einen Psychotherapeuten oder Facharzt hinzuziehen.

Mit den behandelnden Ärzten entwickeln Burnout-Patienten einen Behandlungsplan. Das kann eine Auszeit mit Krankschreibung sein oder eine ambulante Therapie neben der Arbeit. Eventuell ist eine behutsame Wiedereingliederung in die Arbeit nötig – das richtet sich nach der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf. In schweren Fällen kann ein Burnout auch zu einer Berufsunfähigkeit führen, der Betroffene kann also nicht mehr in seinem bisherigen Job arbeiten. Dagegen ist man übrigens nicht gesetzlich abgesichert, sondern benötigt eine zusätzliche BU-Versicherung.

Und wie geht es weiter, wenn man in seinen bisherigen Beruf zurückkehrt? Sobald der Mitarbeiter wieder gesund ist, sind möglicherweise auch im Arbeitsumfeld Veränderungen sinnvoll. Und für manche ist Burnout sogar eine Chance. Sie stellen in dieser Lebenskrise die Frage: Was ist mir wichtig im Leben? Die Antwort darauf kann überraschend ausfallen.