Psychisch ausgebrannt – das Burnout-Syndrom

Psychisch ausgebrannt - das Burnout-SyndromSchnell fällt der Begriff „Burnout-Syndrom“, wenn über Belastung im Arbeitsleben gesprochen wird. Manchmal wird Burnout sogar als reine Mode-Krankheit abgetan. Doch dabei ist Psychostress, neben Rückenleiden, inzwischen zur Volkskrankheit Nummer eins geworden.

Leiden Sie unter dem Gefühl ständiger Erschöpfung, befürchten Sie, Ihrer Arbeit nicht (mehr) gerecht zu werden, haben Sie eventuell auch körperliche Symptome wie Herzrasen oder Schweißausbrüche?



Viele Alarmzeichen für einen Burnout sind auch für Laien zu erkennen:

  • Arbeitnehmer oder Selbstständige können nicht mehr abschalten.
  • Sie sehen nur noch die Arbeit und vernachlässigen Privates, geben beispielsweise Hobbys auf.
  • Sie reagieren reizbar oder sogar aggressiv auf ihre Umwelt.
  • Betroffene leiden an körperlichen Beschwerden, sind ständig erschöpft und haben Schlafstörungen.

Wenn diese Beschwerden längere Zeit andauern, dann sollten die Betroffenen (ärztlichen) Rat suchen. Gesundheitsexperten definieren das Burnout-Syndrom so: Es ist ein Erschöpfungszustand mit Krankheitsgefühl, der über Monate andauert. Es entsteht im Zusammenspiel von persönlichen Faktoren und dem beruflichen Umfeld. Im Extremfall kann das Burnout-Syndrom zur Berufsunfähigkeit führen. Neben den einschneidenden persönlichen Veränderungen, die die dadurch entstehen, kommt auch noch, dass diese nicht durch die gesetzlichen Versicherungen abgedeckt wird. Wer keine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, muss mit gravierenden wirtschaftlichen Beeinträchtigungen rechnen.

Burnout in Zahlen & Fakten

Die Zahl der Krankschreibungen, die die Diagnose „Burnout“ nennen, hat stark zugenommen. Zwar gibt es viel weniger Burnout-Fälle als psychische Erkrankungen insgesamt. Die Zahl der Burnout-Krankschreibungen ist allerdings stark angestiegen. 2004 kamen auf je 100 Versicherte durchschnittlich 0,6 Fehltage wegen Burnout-Syndrom, 2011 waren es bereits neun Tage.

Das Burnout-Syndrom wird von Ärzten zumeist als Zusatzdiagnose verwendet. Wie eine Studie der Bundespsychotherapeutenkammer ergab, leiden viele Burnout-Patienten an einer Depression oder anderen psychischen Krankheiten, die dringend behandelt werden müssen. Deshalb ist es so wichtig, früh und mit ärztlicher Unterstützung die möglichen Zusammenhänge und Hintergründe der schweren Erschöpfung aufzuklären. Dann können Burnout-Patienten mit der passenden Therapie wieder auf die Beine kommen.

Was nun den Zusammenhang zur Arbeitswelt betrifft: Selten sind es der Arbeitsdruck allein, der eine Burnout-Krise auslöst. Auf der anderen Seite der Erkrankung steht immer auch die Frage, wie gut das Individuum mit Belastungen umgehen kann. Und die Belastbarkeit kann sich im Zeitverlauf oder beispielsweise nach persönlichen Schicksalsschlägen ändern. Umgekehrt können eine positive Arbeitsumgebung und eine wertschätzender Umgang mit dem Mitarbeiter dem Burnout-Syndrom vorbeugen.