Umfrage: Zwei Drittel aller Selbstständigen fürchten die Invalidität

RollstuhlfahrerEine repräsentative Umfrage im Auftrag der Generali Versicherungen ergab kürzlich, dass zwei Drittel der Selbstständigen in Deutschland den Verlust ihrer Arbeitskraft und damit verbundene Invalidität fürchten. Mit der eigenen Arbeitsunfähigkeit verbinden die Selbstständigen eine Existenzbedrohung für ihr Unternehmen und damit den Verlust ihres Einkommens. Dabei zeigt die Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov einkommens- und standortabhängige Unterschiede in der Risikoeinschätzung.

Besonders schwerwiegend empfinden Unternehmer mit höherem Einkommen das Risiko. Mit 71 Prozent erklärt eine deutliche Mehrheit der Befragten mit einem monatlichen Nettoeinkommen über 2.500 Euro, Invalidität zu fürchten. Unternehmer mit einem geringeren Einkommen betrachten zu 63 Prozent die eigene Invalidität als höchstes Risiko für ihr Unternehmen. Bei den Unternehmern aus den neuen deutschen Bundesländern ist die Angst vor Invalidität mit 62 Prozent deutlich geringer, als in den alten Bundesländern mit 70 Prozent.

Invaliditätsschutz für Selbstständige

Das Ergebnis der Umfrage zeigt die Wichtigkeit eines effektiven Invaliditätsschutzes für Selbstständige und Freiberufler. Bezüglich der Altersversorgung haben sie die Wahl zwischen der freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung und einer privaten Absicherung. Als freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben Selbstständige auch einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente im Fall der Invalidität. Diese ist jedoch sehr gering und an strenge Bedingungen geknüpft. Selbstständige genießen verschiedene Möglichkeiten der Invaliditäts-Vorsorge, zum Beispiel durch

Der Schutz der privaten Unfallversicherung beschränkt sich auf Invalidität infolge eines Unfalls. Einige Versicherer beziehen neben Unfällen auch plötzliche Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall in den Versicherungsschutz ein.

Wird die Invalidität durch andere Erkrankungen verursacht, besteht kein Versicherungsschutz.

Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige

Leistungen aus der Erwerbsunfähigkeitsversicherung sind grundsätzlich mit einer abstrakten Verweisung verbunden. Rentenleistungen erhalten Selbstständige daher nur, wenn sie gar nicht mehr arbeitsfähig sind. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente in der vertraglich vereinbarten Höhe, wenn gesundheitliche Einschränkungen den Versicherten zu mindestens 50 Prozent an der Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit hindern. Häufig ist speziell die Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige an die Umorganisations-Klausel gebunden. Wenn die selbstständige Person noch in der Lage ist, nach einer Umorganisation ihres Unternehmens eine andere Tätigkeit in der eigenen Firma wahrzunehmen, erhält sie die vereinbarte Rente nicht. Beim Abschluss der BU-Versicherung sollte daher darauf geachtet werden, dass der Versicherer auf die Umorganisation verzichtet.

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