Schlichter bei Versicherungs-Streitfällen: Was macht eigentlich ein Ombudsmann?

Ein Ombudsmann ist ein Schlichter bei Versicherungsstreitfällen. Versicherungsunternehmen und ihre Kunden sind oft unterschiedlicher Auffassung über den Umfang des Versicherungsschutzes. Insbesondere wenn es um die Regulierung von Schäden geht, kommt es häufig zu Streitigkeiten. Als Versicherungsnehmer stehen Sie einem starken Versicherungskonzern, der die Bezahlung des Schadens verweigert, scheinbar machtlos gegenüber. Im Zweifelsfall erscheint die gerichtliche Klärung unausweichlich.

Außergerichtliche Schlichtung durch Versicherungs-Ombudsmann

Text: Gerichtliche Auseinandersetzungen können vor allem bei hohen Streitwerten sehr teuer werden. Wenn Sie nicht über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, die auch Differenzen mit Versicherungsunternehmen abdeckt, tragen Sie die Kosten unter Umständen allein. Eine Alternative zur gerichtlichen Klärung stellt der Versicherungs-Ombudsmann dar. Dabei handelt es sich um eine unabhängige Schlichtungsstelle in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Mitglieder des Vereins sind Versicherungsunternehmen und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Mitgliedschaft des Versicherungsgewerbes im Trägerverein beeinflusst die Unabhängigkeit der Entscheidungen nicht, da die Mitglieder ausdrücklich die Neutralität der Schlichtungsstelle anerkennen. Versicherungsunternehmen haben selbst im Sinne der Kundenzufriedenheit und des Verbraucherschutzes ein Interesse an der außergerichtlichen Schlichtung. Als Mitglied des europäischen Netzes zur Behandlung von Beschwerden im Finanzwesen ist der Versicherungs-Ombudsmann ebenfalls zur Transparenz und Unabhängigkeit verpflichtet. Die 2001 gegründete Schlichtungsstelle beschäftigt inzwischen mehr als 40 Mitarbeiter, darunter über 15 Volljuristen. Für Schlichtungsverfahren in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung ist nicht der allgemeine Versicherungs-Ombudsmann, sondern der PKV-Ombudsmann zuständig.

Das kann der Ombudsmann für Sie erreichen

Text: Der Ombudsmann muss neben der Neutralität weitere Voraussetzungen erfüllen, unter anderem muss er die Befähigung zum Richteramt und Erfahrungen im Versicherungsgewerbe nachweisen. In den letzten drei Jahren vor seiner Bestellung darf er nicht für Versicherungsunternehmen gearbeitet haben und während seiner gesamten Amtszeit keine weitere Tätigkeit ausüben, die seine Neutralität gefährden könnte. Seine Entscheidungen trifft der Ombudsmann nicht als Angestellter, sondern weisungsfrei und unabhängig. Eine Entscheidung des Ombudsmanns ist bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro verbindlich für die Versicherer. Bei einem darüber hinausgehenden Streitwert spricht der

Versicherungs-Ombudsmann eine Empfehlung aus, der Versicherer in der Regel
folgen. Entscheidet der Ombudsmann im Sinne des Versicherers, erhält der Versicherte eine ausführliche Erläuterung dieser Entscheidung. In vielen Fällen führt der Ombudsmann Einigungsversuche im Sinne des Güteverfahrens nach Paragraph 15 a des Einführungsgesetzes zur Zivilprozessordnung durch.

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