Arbeitsrecht: Was sagt es im Krankheitsfall?

Das Arbeitsrecht regelt auch, was passiert, wenn sich der Mitarbeiter krank meldet. Krankheiten lassen sich im Arbeitsleben nicht vermeiden. Im Schnitt sind drei bis vier Prozent der Arbeitnehmer krank. Krankheitsbedingte Fehlzeiten belaufen sich auf rund vierzehn Tage pro Jahr und Beschäftigten. Es handelt sich also um ein häufiges Phänomen. Im Arbeitsrecht sind Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Krankheitsfall geregelt. Hier erhalten Sie einen Überblick.

Mitteilung und Nachweis der Krankheit

Den Arbeitnehmer trifft im Krankheitsfall zunächst eine Mitteilungspflicht an den Arbeitgeber. Dabei ist nicht nur die Tatsache, sondern auch die voraussichtliche Dauer der Erkrankung anzugeben.
Die Benachrichtigung muss unverzüglich, das heißt gleich am ersten Arbeitstag und in den ersten Arbeitsstunden erfolgen. Darüber hinaus ist der Arbeitnehmer verpflichtet, spätestens nach dem dritten Tag ein ärztliches Attest vorzulegen. Wenn dies vertraglich vereinbart ist beziehungsweise der Arbeitgeber extra dazu auffordert, kann die Vorlage auch schon früher verlangt werden – gegebenenfalls bereits am ersten Tag. Verstöße gegen die Anzeige- und Nachweispflicht können zur Abmahnung und im Wiederholungsfall auch zur Kündigung führen. Wenn der Arbeitgeber Zweifel am Vorliegen einer Krankheit hat, darf er eine Untersuchung durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse seines Arbeitnehmers verlangen.

Lohnfortzahlung und Urlaub

Arbeitnehmer haben bei Krankheit einen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Der ergibt sich aus dem Lohnfortzahlungsgesetz. Danach muss der Bruttolohn inklusive Sozialabgaben sechs Wochen lang zu 100 Prozent weiter gezahlt werden. Arbeitsvertraglich kann natürlich eine längere Lohnfortzahlung vereinbart werden. Nach der üblichen Sechs-Wochen-Frist leistet die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld. Privat Versicherte benötigen hierfür einen extra Versicherungsschutz. Wenn der Arbeitnehmer innerhalb von zwölf Monaten an derselben Krankheit mehrfach erkrankt, werden die Lohnfortzahlungszeiten zusammengezählt, bis die sechs Wochen erreicht sind. Dann findet keine weitere Lohnfortzahlung mehr statt, eine Berufsunfähigkeitsversicherung wäre in diesem Fall die Lösung. Auch für die Zeit der Krankheit steht dem Arbeitnehmer Urlaubsanspruch zu. Nicht genommener Urlaub kann bedingt ins nächste Jahr übertragen werden.

Krankheit und Kündigung

Ein besonders heikler Punkt ist Krankheit als Kündigungsgrund. Generell gilt: krankheitsbedingte Kündigungen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Kündigung ist bei Kleinbetrieben einfacher als bei Unternehmen, die dem Kündigungsschutzgesetz unterliegen. Die dürfen krankheitsbedingt kündigen, wenn dies sozial gerechtfertigt ist. Dabei wird eine Abwägung zwischen den Interessen des Unternehmens unddes Arbeitnehmers vorgenommen – häufig ein Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten.

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