Sonderfall: die BU für Polizisten

PolizistenPolizisten haben als Beamte einen Anspruch auf ein Ruhegeld, wenn sie ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können und dienstunfähig sind. Aber auch Beamte müssen hohe Einkommenskürzungen bei vorzeitigen Ruhegehältern in Kauf nehmen. Beamtenanwärter und Polizisten auf Widerruf haben in den ersten fünf Jahren keinerlei Anspruch auf ein Ruhegehalt. Werden sie in dieser Zeit dienstunfähig, bleibt ihnen nur die Wahl eines anderen Berufs, um den eigenen Lebensunterhalt sichern zu können. Aus diesem Grund ist die Dienstunfähigkeitsversicherung als spezieller Berufsunfähigkeitsschutz für Polizeianwärter besonders wichtig.

Polizisten leben mit einem hohen Risiko

Polizeibeamte zählen zu den Berufsgruppen mit dem größten Risikopotenzial. Ihre Tätigkeit bringt häufig den Einsatz in gefährlichen Situationen mit sich. Verletzungen im dienstlichen Einsatz führen jedoch nicht automatisch zu hohen Versorgungsansprüchen. Vielmehr müssen Sie als Polizeibeamte auch bei einer durch einen Dienstunfall hervorgerufenen Dienstunfähigkeit Einkommenseinbußen hinnehmen. Beruht die Dienstunfähigkeit auf einer Erkrankung oder einem Freizeitunfall, verringern sich die Pensionsansprüche zusätzlich durch Versorgungsabschläge. Das hohe Risiko der Polizeibeamten führt gleichzeitig dazu, dass herkömmliche Versicherer keine adäquate Polizeidienstunfähigkeitsversicherung anbieten können. Aus diesem Grund ist es für Polizeibeamte besonders wichtig, auf die Vertragsklauseln der Dienstunfähigkeitsversicherung zu achten. Neben hohen Beiträgen durch Risikozuschläge bringt auch das Dienstrecht einige Besonderheiten mit sich. Dienstunfähigkeit von Polizeibeamten entsteht nicht erst ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent. Vielmehr können Polizisten bereits ab einer geringeren Dienstunfähigkeitsquote aus dem Polizeidienst entlassen werden. Die Dienstunfähigkeitsversicherung sollte also unbedingt eine Dienstunfähigkeitsklausel enthalten, aufgrund derer die Zahlung der Dienstunfähigkeitsrente an die Entscheidung des Dienstherrn über die Dienstunfähigkeit gekoppelt ist.

Besonderheit Polizeidienstunfähigkeit

Die Polizeidienstunfähigkeit ist nicht vergleichbar mit einer herkömmlichen Dienst- oder Berufsunfähigkeit. Für einen Polizisten kann bereits der Verlust eines Zeigefingers zur Berufsunfähigkeit führen, denn ohne Zeigefinger können sie keine Waffe mehr betätigen und damit auch nicht mehr ihren gewohnten Polizeidienst ausüben. Dennoch führt diese Verletzung nicht automatisch zu einer Dienstunfähigkeit, denn Sie wären ja durchaus noch im Innendienst einsetzbar. Der Dienstherr zahlt daher in einem solchen Fall keine Versorgungsbezüge. Dennoch reduziert sich Ihr Einkommen durch den weniger gefährlichen Innendiensteinsatz. Eine Polizeidienstunfähigkeitsversicherung zahlt bereits in einem solchen Fall eine Dienstunfähigkeitsrente und gleicht damit den Einkommensverlust aus.

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