Versicherten-Know-how: Was ist eigentlich ein „biometrisches Risiko“?

KostenkalkulationIm Zusammenhang mit Rentendiskussionen sowie privaten Vorsorge- und Risikoversicherungen ist Ihnen vielleicht schon der Begriff „Biometrisches Risiko“ begegnet. Die Wissenschaft der Biometrie befasst sich neben durchschnittlichen Körpermaßen und typischen Charaktereigenschaften der Menschen auch mit statistischen Auswertungen bezüglich der durchschnittlichen menschlichen Lebensdauer. Diese Sparte der Biometrie ist für private Versicherungsunternehmen ebenso interessant, wie für die gesetzliche Rentenversicherung, denn von der Lebenserwartung hängen Leistungsdauer und Wahrscheinlichkeit des Leistungseintritts einer Versicherung ab. Im Versicherungswesen geht der Begriff der Biometrie und der biometrischen Risiken außerdem über die Schätzung der Lebenserwartung hinaus. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Unfällen, Pflegebedürftigkeit oder bestimmten Krankheiten beschäftigt Unfall-, Kranken-, Berufsunfähigkeits- oder Pflegeversicherungen.

Biometrische Risiken – niemand ist vor ihnen gefeit

Ein biometrisches Risiko ist also ein Risiko, das im Verlauf des Lebens viele Menschen trifft und nur selten vorhersehbar ist. Sicher ist, dass alle Menschen sterben, unsicher aber sind Ursache und Zeitpunkt. Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Unfallfolgen und Pflegebedürftigkeit sind biometrische Risiken, deren Eintritt ungewiss, aber möglich ist und folgenschwer sein kann. Niemand wünscht sich eine solche Situation, doch Sicherheit davor gibt es nicht. Mit dem Abschluss von Versicherungen können Sie biometrische Risiken nicht ausschließen, aber Sie können die Folgen mindern. In der Regel sind die Folgen des Eintritts eines biometrischen Risikos finanzieller Natur. Geld für eine menschenwürdige Pflege, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente, Unfallrenten, Lebensversicherungssummen und nicht zuletzt die Altersrente tragen dazu bei, schwerwiegende Folgen der Lebensrisiken zu mindern.

Biometrische Risiken im Versicherungsgeschäft

Damit Versicherungen in der Lage sind, aus ihrem Versicherungskapital die zugesagten Leistungen im Versicherungsfall zu erbringen, sind zahlreiche Kalkulationsgrundlagen zu beachten, unter anderem die biometrischen Risiken der Versicherten. Abhängig von der Art der Versicherung geht es um die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von biometrischen Risiken und um den Zeitpunkt. Der Eintritt des Rentenalters als biometrisches Risiko betrifft zum Beispiel einen Großteil der Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung. Weniger eindeutig ist der Zeitpunkt. Um diese Werte in die Kalkulationen einfließen zu lassen, sind umfangreiche Analysen und Statistiken erforderlich. Versicherer analysieren statistische Erhebungen über den Eintritt von biometrischen Risiken. Sie ermitteln auf diese Weise die notwendige Beitragshöhe der Versicherten als Solidargemeinschaft zur Gewährung von Versicherungsleistungen an betroffene Mitglieder dieser Gemeinschaft.

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