Wenn die BU greifen soll: Warum kommt es immer wieder zu Streitfällen?

Wenn die Bu nicht greift, aber benötigt wird, kommt es häufig zu Streifällen. Hier gibt es dazu Informationen für Sie. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört heutzutage zweifelsohne zu den wichtigen Risikoabsicherungen. Dennoch liegt es in der Natur dieser Versicherungsart, dass sie gelegentlich Konfliktpotenzial in sich trägt. So wurden durch Klagen von Versicherungsnehmern über Verzögerungen bei der Schadensachbearbeitung durch Versicherer die Verbraucherschützer und inzwischen auch das Bundesjustizministerium auf diese Problematik aufmerksam.

Aus diesem Grund führt das Ministerium eine Umfrage bei betroffenen Versicherungsnehmern durch. Auch der Bund der Versicherten und der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) widmen sich inzwischen diesem Thema. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es immer wieder zu Streitfällen darüber, ob überhaupt ein Versicherungsfall vorliegt. Auch die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente führt regelmäßig zu Auseinandersetzungen. Aber auch der Versicherte hat gegenüber seiner Versicherung Verpflichtungen, etwa wahrheitsgemäße Angaben über seinen Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss. Die Ursachen für Streitfälle liegen demzufolge wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Unter diesem Aspekt betrachtet kann eine individuelle, unabhängige Beratung vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Beteiligten von großer Bedeutung sein.

Versicherungsunternehmen tragen große Verantwortung

Thema der Beschwerden von Versicherungsnehmern und von vielen Presseveröffentlichungen sind meist Einzelschicksale, die aus der Sicht der Versicherten dargestellt werden. Einerseits ist es nachvollziehbar, dass Versicherungsnehmer, die über Jahre hohe Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlt haben, sich von ihren Vertragspartnern im Stich gelassen fühlen, wenn die Zahlung der vermeintlich vertraglich vereinbarten Rente nicht erfolgt. Zusätzlich werfen Verbraucherschützer den Versicherern eine für erkrankte Versicherungsnehmer oft zu lang andauernde Fallbearbeitung vor. Andererseits kommen die Versicherungsunternehmen mit einer gründlichen Schadenprüfung jedoch ihrer Verantwortung gegenüber allen Versicherungsnehmern nach, denn von der gesicherten Zahlungsfähigkeit eines Versicherungsunternehmens sind alle Kunden abhängig. Stabile und bezahlbare Versicherungsbeiträge sind ein wichtiges Anliegen von Versicherungskunden. Daher sind Versicherer im Einzelfall zu einer intensiven Prüfung der Berechtigung von beantragten Leistungen verpflichtet.

Und die Verantwortung der Versicherungsnehmer?

Sie können selbst zu einer verzögerungsfreien Bearbeitung von Leistungsanträgen beitragen. Klare und unmissverständliche Darstellungen des Sachverhalts und eindeutige medizinische Gutachten erleichtern den Versicherern die Antragsprüfung. Von einer langwierigen Antragsbearbeitung sollte man sich nicht entmutigen lassen und notfalls Unterstützung bei Verbraucherberatungen, Anwälten oder dem Bund der Versicherten suchen. Gegenstand zahlreicher gerichtlicher Auseinandersetzungen über die Berufsunfähigkeitsrente ist die unzureichende Behandlung von Gesundheitsfragen bei Vertragsabschluss. Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung sind nur gerechtfertigt, wenn die ursächliche Erkrankung erst nach Abschluss der Versicherung eintritt. Versicherungsnehmer, die bei Vertragsabschluss bereits bestehende Gesundheitsbeeinträchtigungen verschweigen, tragen von Beginn an das Risiko der Leistungsablehnung. Dem sollten sie bereits beim Ausfüllen des Versicherungsantrags besondere Aufmerksamkeit schenken, damit im Fall einer Berufsunfähigkeit der Auszahlung nichts im Wege stehen kann.

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